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Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das Geschäftsjahr 2012 hat sich für AIXTRON als äußerst schwierig erwiesen. Dies ist vor allem auf ein anhaltend ungünstiges gesamtwirtschaftliches Umfeld weltweit zurückzuführen.

Mittel- und langfristig sind wir jedoch optimistisch, zumal insbesondere in der Eurozone deutliche Anzeichen einer – wenn auch nur leichten – Stabilisierung sichtbar sind und aus Japan, China und den USA Wirtschaftszahlen gemeldet werden, die besser als erwartet ausfallen.

Der im zweiten Halbjahr 2012 verzeichnete leichte Nachfrageanstieg gibt uns berechtigte Hoffnung, dass die Talsohle des derzeitigen Konjunkturzyklus durchschritten ist und sich unser geschäftliches Umfeld, wenn auch in sehr bescheidenem Tempo, erholen wird.

Doch lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft richten: Trotz der zahlreichen Herausforderungen in 2012 sind wir im Hinblick auf unsere zukünftige Profitabilität zuversichtlich und investieren weiterhin stark in zahlreiche vielversprechende Bereiche, auf die ich später näher eingehen werde.

Wir sind überzeugt, dass diese neuen Wachstumschancen, verbunden mit dem bevorstehenden Wendepunkt bei der erwarteten Nachfrage nach LEDS im allgemeinen Beleuchtungsmarkt, in den kommenden Jahren einen nachhaltig hohen Wert für unsere Anleger schaffen werden.

Wir erwarten, dass sich im Jahr 2013 sowohl Umsatz als auch Ergebnis besser und im Jahr 2014 sogar erheblich besser gegenüber dem letzten Geschäftsjahr entwickeln werden. Ein wichtiger Faktor hierbei wird in erster Linie eine steigende Nachfrage, angeführt vom kräftigen Wachstum des allgemeinen LED-Beleuchtungsmarkts, sein. Ferner erwarten wir für 2013 einen positiven Beitrag von anderen Anwendungen, an deren Entwicklung wir in den letzten Jahren hart gearbeitet haben. Dazu gehören zum Beispiel Produktionsanlagen für Leistungselektronik, Siliziumhalbleiter oder organische HALBLEITER.

Der immer selbstverständlichere Einsatz von LED-HINTERGRUNDBELEUCHTUNG bei TV-Geräten ist als positiver Indikator für unser Geschäft zu sehen.

Auch im allgemeinen Beleuchtungsmarkt hat das LED-Segment 2012 in puncto Wachstum und Dynamik einen Schritt nach vorn gemacht, vor allem infolge amtlicher Verbote klassischer Glühlampen, der Förderprogramme für LED-Leuchtmittel weltweit sowie der steigenden Nutzung durch Privatverbraucher und Behörden.

Auch der in den letzten Jahren erheblich steigende Wettbewerb zwischen LED-Herstellern zeigt allmählich konkrete Auswirkungen in Form von sinkenden Preisen für LED-Leuchtmittel weltweit. Dies hat wiederum die Nachfrage und Dynamik auf allen Märkten angekurbelt.

Wann und wie stark die Nachfrage wachsen wird, ist derzeit jedoch nicht absehbar. Dass unsere Kunden in neue kosteneffiziente und leistungsfähige Produktionssysteme investieren müssen, ist unserer Meinung nach und angesichts der verbreiteten Einführung von LED-Beleuchtungslösungen und der parallel steigenden LED-Nachfrage weltweit unabdingbar.

Wir befinden uns nach eigener Einschätzung erst am Beginn des Investitionszyklus für LED-Beleuchtung und sind überzeugt, dass AIXTRON dank seiner Spitzentechnologie, hervorragenden Dienstleistungsangebote und starken Kundenbeziehungen äußerst gut positioniert ist und die Anforderungen des bisher größten Wachstumsmarktes für LEDs erfüllen kann.

Neben unserem Anlagengeschäft für LED-Anwendungen liegen AIXTRONs Kernkompetenzen von jeher in unserer Innovationskraft und der Fähigkeit, unseren Kunden kommerziell nutzbare Technologielösungen zu bieten. Angesichts der vor uns liegenden großen Chancen haben wir unsere F&E-Investitionen 2012 erneut erhöht und glauben, dass diese dazu beitragen werden, dass AIXTRON den Markt über Jahre hinweg mit einer ganzen Reihe neuer Produkte bedienen können wird.

Wir investieren heute in das, was wir als essenziell ansehen, um „Fit für die Zukunft" zu bleiben.

In unserer Entwicklungs- und Forschungstätigkeit legen wir den Schwerpunkt weiterhin auf drei unterschiedliche Märkte für Halbleitertechnologien: Produktionsanlagen für Verbindungs­halbleiter (z.B. LEDs, Leistungselektronik), Siliziumhalbleiter (z.B. Speicherchips) und organische Halbleiter (z.B. OLEDS).

Die fünf wesentlichen Endmarktanwendungen, auf die wir uns im Rahmen dieser Technologien konzentrieren, sind LEDs (VERBINDUNGSHALBLEITER), Speicheranwendungen (Siliziumhalbleiter), Leistungselektronik (Verbindungshalbleiter), OLEDs (organische Halbleiter) und Kohlenstoff-Nanostrukturen (Siliziumhalbleiter).

Nachdem ich den Bereich der LEDs bereits angesprochen habe, möchte ich nun näher ausführen, wie wir unsere Chancen in den anderen vier Endmärkten zu nutzen versuchen.

In der etablierten Siliziumhalbleiter-Branche sehen wir signifikante Chancen, unseren Umsatz im Bereich der neueren Generation von siliziumbasierten Anwendungen und insbesondere von Speicherchips zu steigern.

Im Jahr 2012 lieferten wir unser erstes vollständiges Produktionssystem für die neue AIXTRON QXP-8300 ALD-Beschichtungsanlage an einen koreanischen DRAM-Hersteller aus, der für die Massenproduktion der nächsten Generation von DRAM-Speicherchips auf unsere Technologie zurückgreift.

Wir sehen in dieser Sparte weitere Wachstumschancen, da dieser Kunde seine Produktionslinien Schritt für Schritt modernisieren wird. Darüber hinaus sind wir zuversichtlich, dass sich auch andere Kunden für unsere Technologie entscheiden werden. Wir glauben, dass das Gesamtpotenzial dieser Siliziumanwendung im Laufe der nächsten fünf Jahre für AIXTRON mit mehr als 800 Mio. USD zu beziffern ist.

Kommen wir nun zu den Anwendungen in der Leistungselektronik (Leistungsschaltkreise, Leistungshalbleiter und Leistungsmodule): Die Endmärkte unserer Kunden werden laut Prognose von IMS Research bis 2021 ein Jahresvolumen von 70 Mrd. USD erreichen, im Vergleich zu 33 Mrd. USD im Jahr 2010. Diese Prognose deutet bereits eine gewisse kommerzielle Zugkraft der Leistungselektronik an und wir glauben, dass dieser Markt großes Potenzial für AIXTRON birgt.

In Anbetracht dieses deutlichen Wachstums der Endverbrauchermärkte glauben wir, dass das Unternehmen eine äußerst reale Chance hat, den Umsatz in diesem Markt zu steigern, zumal wir von einem Anlagenmarkt sprechen, der in den nächsten zehn Jahren ein Volumen von über 800 Mio. USD erreichen wird.

Zum nächsten Bereich: Zu den neuen Technologien, über die derzeit am meisten gesprochen wird, gehören die organischen Halbleiter – besonders die organischen Leuchtdioden, besser bekannt als OLEDs. Diese faszinierende Technologie befindet sich noch in einem relativ frühen Stadium der Kommerzialisierung.

In diesem Bereich haben wir letzten August die neue F&E-Plattform PRODOS-200 Polymer Vapor Phase DEPOSITION (PVPD®) im Markt eingeführt, die auf großes Interesse bei den Kunden stieß. Ferner gaben wir in 2012 die erste Lieferung eines Gen 3.5 PRODOS Produktionssystems für einen wichtigen asiatischen Kunden bekannt.

Erfreulicherweise gibt es bereits einige erfolgreiche Nischenanwendungen für OLEDs, die kommerziell vertrieben werden, etwa kleine DISPLAYS für Mobiltelefone oder Tablet-Computer. Zu den größeren OLED-Anwendungen, die derzeit entwickelt werden, gehören Displays für Fernseh- oder Computerbildschirme, die aufgrund ihrer inhärenten Merkmale der organischen Materialien im Vergleich zu den heutigen LCD-Displays energieeffizientere und selbstleuchtende, brillante Displays ermöglichen.

Eine weitere zukunftsweisende Anwendung im OLED-Bereich, die entwickelt wird, ist die Beleuchtung. Mit OLEDs können Lichtquellen produziert werden, die statt einer präzisen punktartigen Form ihr Licht über eine größere Fläche abgeben. Wir glauben, dass diese Technologie das Potenzial hat, sich ergänzend zur LED-Technologie immer stärker durchzusetzen.

Mittel- bis langfristig bieten organische Halbleiteranwendungen für Displays, Beleuchtung, Elektronik und sogar Solarzellen ein vielseitiges und großes Marktpotenzial.

Abschließend zu den Kohlenstoff-Nanostrukturen: Diese Strukturen befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung und sind kommerziell gesehen noch nicht relevant. Unsere PECVD F&E-Anlagen der Serie BM, die sich bei kommerziellen und akademischen Forschungseinrichtungen immer größerer Beliebtheit erfreuen, erlauben es unseren Kunden, hochkomplexe Kohlenstoff-Nanomaterialien, wie etwa Kohlenstoff-Nanoröhren, Kohlenstoff-Nanodrähte oder Graphen, herzustellen.

Wir schätzen das langfristige Potenzial dieser Materialien und Materialstrukturen, die sich in absehbarer Zeit zu einer wesentlichen Grundlagentechnologie der Halbleiterindustrie entwickeln werden, als sehr hoch für AIXTRON ein.

Unsere Kernkompetenz zur Nutzung dieser aufkommenden Marktchancen beruht auf unserer bewährten Expertise im Bereich komplexer Technologien für Materialbeschichtungen und unserer im Laufe von 30 Jahren beständiger F&E-Investitionen gesammelten Erfahrung, der wir unsere marktführende Position verdanken. Wir setzen heute mehr denn je darauf, unsere wesentlichen Stärken und Fähigkeiten bestmöglich zu nutzen. Die Fokussierung auf marktorientierte F&E sehen wir als essenziellen zukünftigen Wachstumsfaktor für unser Unternehmen.

AIXTRON verfolgt das Ziel, seine Position als weltweit führender Anbieter von Produktionslösungen für LEDs und Halbleitertechnologien der nächsten Generation weiterhin zu sichern. Wir unterstützen unsere Kunden mit hohem Engagement und erarbeiten in enger Kooperation mit ihnen gemeinsame Entwicklungspläne. Diese helfen uns dabei, neue Produkte auf den Markt zu bringen und deren Leistungsfähigkeit in den kommenden Jahren zu verbessern, wodurch das Marktpotenzial für unsere Anlagen erhöht wird. Zusätzlich werden so die Anschaffungs- und Betriebskosten für unsere Kunden weiter gesenkt.

Lassen Sie mich zusammenfassen: Wir können zwar noch nicht mit Sicherheit vorhersagen, wann das Vertrauen der LED-Hersteller und somit die Investitionstätigkeit wieder steigen werden. Die am Endmarkt zu beobachtende Produktpositionierung und aggressive Preisbildung reichen jedoch aus, uns in der Ansicht zu bestärken, dass sich die Auftragslage weiter erholt und AIXTRON vor einem starken Jahr 2013 und einem noch stärkeren Jahr 2014 steht. Wir sind uns bewusst, dass wir weiterhin vor Herausforderungen stehen – ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir über das richtige Team verfügen, um diesen entschieden zu begegnen. Außerdem versichere ich Ihnen, dass wir auch die langfristigen Chancen, für deren Nutzung wir gut aufgestellt sind und die zur nachhaltigen Wertsteigerung von AIXTRON beitragen werden, nicht aus den Augen verlieren werden.

Lassen Sie mich diese Gelegenheit nutzen, dem AIXTRON Aufsichtsrat im Namen des Vorstands für die überaus aktive Unterstützung und den steten Zuspruch während der letzten zwölf Monate zu danken.

Ich möchte außerdem meiner Wertschätzung für den bemerkenswerten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ausdruck verleihen und Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihre fortwährende Unterstützung und Geduld in diesen schwierigen Zeiten danken.

Und schließlich, jetzt da ich am Ende meiner Zeit bei AIXTRON angelangt bin, gilt mein aufrichtiger Dank sowohl dem AIXTRON Team als auch den Aktionärinnen und Aktionären für die Unterstützung und den stetigen Zuspruch über die letzten elf Jahre hindurch. Ich habe es als Privileg und Ehre empfunden ein Teil des Teams bei AIXTRON gewesen zu sein und ich verlasse das Unternehmen in der Überzeugung, dass Sie alle, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, mit dem soliden Fundament, auf dem AIXTRON steht, als auch dem hochqualifizierten AIXTRON Team, voller Zuversicht in die Zukunft blicken können.

Einführung Vorstand

VORSTAND

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WOLFGANG BREME
FINANZVORSTAND
PAUL HYLAND
VORSITZENDER DES VORSTANDS
DR. BERND SCHULTE
VORSTANDSMITGLIED
     
  Wolfgang Breme Paul Hyland Dr. Bernd Schulte
       
  Finanzvorstand
Geboren 1960, verheiratet,
2 Kinder
Vorsitzender des Vorstands
Geboren 1953, verheiratet,
4 Kinder
Vorstandsmitglied
geboren 1962, verheiratet,
3 Kinder
       
  Ausbildung: Dipl.-Kaufmann.
2002-2005 Vorstandsmitglied & CFO
der technotrans AG.
Bis 2002: Vorstands- und andere leitende Positionen in verschiedenen internationalen Technologieunternehmen.
Ausbildung: Kaufmann.
2000-2002: Geschäftsführer
Thomas Swan.
Davor: Geschäftsführer
verschiedener internationaler Technologieunternehmen.
Ausbildung: Dipl.-Physiker.
Seit 1993: Verschiedene Managementpositionen
bei AIXTRON.
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